Projekte

Das Projekt „Geschichte vor Ort. Landesgeschichte erforschen“ bietet Studierenden die Chance, durch konsequent forschungsorientierte und landesgeschichtliche Lehre frühzeitig im Studium Forschungsprojekte in Kooperation mit geschichtsvermittelnden Einrichtungen durchzuführen und zu präsentieren. Die Studierenden – zukünftige Multiplikatoren in Schule, Museum, Archiv, Gedenkstätten usw. – lernen aktuelle Forschung mit den konkreten Vermittlungsbedürfnissen vor Ort zu verbinden und werden für die kritische Kommunikation im öffentlichen Raum gestärkt.

Im interdisziplinären germanistisch-historischen Arbeitskreis werden bisher nicht publizierte deutsche Texte aus dem Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit teilweise als Faksimile, teilweise direkt im Archiv gelesen. Das Ziel ist, diese Handschriften in ihrer unvertrauten Schrift und ihrer schwierigen Sprache (meist Frühneuhochdeutsch) zu lesen und zu verstehen. Diese Texte sind nicht nur in einer anderen Schrift geschrieben, sondern zeigen auch ganz andere sprachliche Formen. Damit bietet der Arbeitskreis, der von einer Historikerin und einem Germanisten gemeinsam geleitet wird, eine Möglichkeit, an Originalquellen heranzugehen. Dass der Arbeitskreis seit einigen Semestern konstant arbeitet und dabei sowohl Studierende der Fächer Geschichte und Germanistik, die seit Beginn dabei sind, als auch jedes Semester Neueinsteiger umfasst, beweist die Produktivität dieses Lehransatzes. Eine Edition von bisher auch der Forschung unbekannten mittelalterlichen Schmähbriefen, für die jeder beteiligte Studierende ein bis zwei Briefe transkribiert und bearbeitet hat, ist ebenso ein Ergebnis des Arbeitskreises wie die Edition des Gerichtsbuch von Mosbach-Biebrich.
  • Lehrende: Dr. Regina Schäfer, Dr. Rudolf Steffens
  • Publikationen:
    Leben in Mosbach-Biebrich vor 500 Jahren. Das wiederentdeckte Gerichtsbuch, hg. von Regina Schäfer, Rudolf Steffens und Brigitte Streich (Schriften des Stadtarchivs Wiesbaden 14), Wiesbaden 2019.
In der forschungspraktischen Übung gewannen die TeilnehmerInnen zunächst einen Überblick über die US-amerikanische Militärpräsenz auf dem Gebiet von Rheinland-Pfalz im 20. Jahrhundert und im Rahmen einer Exkursion einen Eindruck von Wirkungsorten amerikanischer Präsenz. Vor allem aber erforschten sie mittels unerschlossener Originalquellen einen thematischen Ausschnitt dieses Themenspektrums und arbeiteten damit einem Ausstellungsprojekt zu. Methodisch wurde somit Landesgeschichte und internationale Beziehungen als Verflechtungsgeschichte erprobt. Im Rahmen der Übung hatten die TeilnehmerInnen zudem die Gelegenheit, am 1. Juli 2015 ein ausführliches Gespräch mit Minister a. D. Karl Peter Bruch als Zeitzeugen zu führen.

  • Lehrende: Dr. Pia Nordblom
Geschichte in einer Ausstellung zu präsentieren, gehört sicher zu den spannendsten, aber auch den komplexesten Aufgaben von HistorikerInnen. Ausstellungsmachende stehen nicht nur vor dem Problem, ein Thema allgemeinverständlich für ein breites Publikum aufzubereiten, sondern auch vor vielfältigen logistischen Aufgaben, verbunden insbesondere mit der Objektbeschaffung und der Objektpräsentation, aber ebenso der didaktischen Aufbereitung. Die Veranstaltung möchte Studierenden die Möglichkeit geben, das Handwerk des Ausstellungsmachens in Form des learning by doing kennenzulernen, indem sie eine Ausstellung von der Konzeption bis zur Realisierung gestalten. Ihre Aufgabe wird es sein, die Sonderausstellung im Historischen Museum am Strom in Bingen anlässlich der 600-Jahrfeier der Basilika Bingen an zwei Ausstellungsorten zu planen und durchzuführen. Insgesamt werden wir zwei Semester benötigen, um die Ausstellung zu realisieren, wobei auch nur eine der beiden Übungen besucht werden kann. Im Sommersemester wird die Ausstellungskonzeption, die Objektrecherche, -beschaffung und -beschreibung, eine abschließende Endkonzeption sowie die Verfassung von Einführungstexten erarbeitet werden. Im Wintersemester werden die räumliche Umsetzung an zwei Ausstellungsorten (Historisches Museum am Strom/Basilika St. Martin Bingen) sowie die didaktische Begleitung im Zentrum stehen.
  • Lehrende: Dr. Regina Schäfer
  • Ausstellung:
    St. Martin in Bingen – Die Geschichte der Basilika, 12. November 2016 bis 26. März 2017, Historisches Museum Museum am Strom – Hildegard von Bingen und Basilika St. Martin, Bingen
  • Publikation:
    St. Martin in Bingen. Die Geschichte der Basilika. Anlässlich des 600jährigen Jubiläums der Pfarrkirche im Auftrag der Pfarrgemeinde, hg. von Regina Schäfer, Roßdorf 2016.